tuermlihore
Türmlihore

Wie kommt es zu dieser Web-Seite?

Angefangen hat es im Jahr 2001. Ich war dabei in den Berner Voralpen möglichst viele Gipfel zu besteigen. Dafür hatte ich den SAC Clubführer Berner Voralpen (1997 von Martin Gerber) zur Hand.

Im Führer fand ich zum Türmlihore jedoch lediglich diesen Eintrag: „Schon an den riesigen Geröllhalden zu seinen Füssen erkennt man jedoch bei genauerem Hinschauen die überaus schlechte Qualität des Gesteins. Zitat aus dem Führer von Maurice Brandt: „Die Türmlihörner wurden anfangs dieses Jahrhunderts eifrig besucht, heute fast nie. Der moderne Bergsteiger schätzt diese Kletterei in brüchigem Fels nicht und beherrscht sie auch nicht mehr“. Der Grund, hier auf eine Beschreibung einer Route zu verzichten, liegt wohl auf der Hand. Für Gipfelaspiranten verweise ich auf die Beschreibungen im Clubführer von 1981. Abb. S. 195“.

Da ich keine Routenbeschreibung fand, war es für mich wie wenn ich eine Erstbesteigung machen wollte. Das reizte mich natürlich zusätzlich. Da bekam ich das Gefühl unbekanntes zu entdecken.

Also machte ich mich eines Tages auf und stürzte mich in dieses Abenteuer. Da ich genügend Zeit einplanen wollte nahm ich die Biwakausrüstung mit. Ich startete in Matten und stieg durchs Färmeltal zum Färmelberg auf. Von hier ging es über eine steilere 140 m hohe Stufe ins Rügge Tälti. Hierzu das Zitat aus dem Clubführer von 1981: „des trostlosesten Geländes der Berner Voralpen“. Am Eingang des Rügge Tälti befindet sich eine grosse Quellfassung, wo man noch Wassser tanken kann. Ich finde das Rügge Tälti landschaftlich sehr schön und eigentlich unberührt. Eben die schönste Ecke der Berner Voralpen.

Mit eigentlich unberührt meine ich dass keine Wege in dieses Hochtal führen. Die Armee jedoch mit den Minenwerfern beehren das Rügge Tälti jedes Jahr aufs Neue. So sind auch im Jahre 2007 neue Krater anzutreffen.

Auch sind ab 2007 die ersten Blauen Punkte an Felsen, die als Wegmarkierung dienen sollten, anzutreffen. Dies als Zugang aus dem Färmeltal.

Als Aufstieg zum Türmlihore hat man zwei Couloirs zur Auswahl. Beide führen von Süden hinauf, wobei das westliche einfacher zu begehen ist. Die beschriebene Kletterei entpuppt sich als nicht schwierig (Am Gipfelkopf zwei Stellen II). Der Fels ist flach (vorteilhaft) geschichtet. Also kann man so auf den Bändern stehen, welche fest sind. Vorsicht ist eigentlich nur mit den daraufliegenden kleinen Steinen geboten. Erst im oberen Teil findet man loses Gestein. Doch hält man sich hier an das physikalische Gesetz, das heisst nur Druck von Oben (vertikal) auf das Gestein und nicht in horizontaler Richtung ziehen, hat man keine ernsthafte Mühe den Gipfel zu Erreichen.

Die ganze Geschichte rund ums Türmlihore und die Tatsache, dass es selten besucht wird, hat uns (Raoul, Yves & Pascal) dazu bewogen ein Gipfelbuch hinaufzubringen. So hat Pascal (damals in Ausbildung als Schmied) ein geeignetes Behältnis angefertigt.

Am 29. Juni 2002 brachten wir das Gipfelbuch aufs Türmlihore. Da wir für die Befestigung einen grösseren Felsblock der auf der Seite senkrecht ist, suchten, wählten wir den jetzigen Standort, welcher sich leider nicht effektiv am höchsten Punkt befindet. Der Standort ist mit einem grossen Steinmann markiert.

Und so besuche ich jedes Jahr einmal das Türmlihore und es ist immer wieder aufs Neue eine sehr schöne Bergtour.

Raoul Baumann


 Links Impressum